Wie entstehen eigentlich mineralische Brillengläser?

Mineralisches Glas ist ein Schmelzprodukt wie jedes andere Glas auch. Die Glasschmelze setzt sich zusammen aus 70% Quarz, 20% Pottasche und Soda und 10% Oxiden. Durch geringe Zusätze verschiedener Metalloxide und –fluoride können die optischen Eigenschaften und die Glasfarbe gezielt verändert werden.

So lässt sich die Brechzahl und die Materialstärke des Glases durch Zusetzen von Titan, Lanthanoxid und Blei beeinflussen. Dank diesem Verfahren können auch stark fehlsichtige Menschen attraktive dünne Brillengläser verwenden. Bei Sonnenschutzgläsern wird der Schmelze Vanadium, Eisen, Kobalt und Mangan beigefügt. Sich selbst einfärbende Brillengläser entstehen, indem eine Metallverbindung (Halogenide) in die Schmelze gegeben wird.

Bei der Herstellung von Brillengläsern werden alle Materialien bei 1400 bis 1500 Grad geschmolzen. Zugaben von Läuterungsmitteln verhindern die Entwicklung von Gasbläschen in der zähen Schmelze. Langes Rühren vermeidet das Entstehen von Farbstichen, Einschlüssen oder Schlieren.

Danach wird die Glasschmelze in eine automatische Presse zur Herstellung von Brillenglas-Rohlingen gefüllt. Sehr langsam werden diese Rohlinge auf Raumtemperatur herunter gekühlt. Danach können sie zum fertigen Brillenglas verarbeitet werden. Bei den Schleif- und Poliergängen werden sogenannte „Seltene Erden“ benötigt. Diese besonderen Materialien sind nur an wenigen Stellen auf der Erde vorhanden und deshalb sehr teuer. Aus diesem Grund steigt in letzter Zeit der Preis von mineralischen Brillengläsern wieder und hat in einigen Fällen den von Kunststoffgläsern schon übertroffen.

Nach wie vor dauert die Forschungsarbeit bei der Entwicklung und Herstellung neuer Brillenmaterialien an. Neben der optischen Reinheit muss eine gute Härte und chemische Beständigkeit gewährleistet sein. Ihr Augenoptiker informiert Sie gern über den neusten Stand in diesem Bereich.