Diagnose: trockene Augen

Mit zunehmendem Alter klagen Patienten häufiger über ständig tränende oder brennende Augen. Wenn der Augenarzt dann die Diagnose »Trockenes Auge« stellt, sind sie verblüfft: So hat es sich gar nicht angefühlt! Die Tränenproduktion kann im Laufe des Lebens nachlassen. Auch die Zusammensetzung des Tränenfilms verändert sich gelegentlich. Gerade Frauen sind häufig betroffen, weil diese Veränderungen auch hormonelle Gründe haben können. Tränen bestehen nicht nur aus Wasser, sondern aus drei wichtigen Komponenten: einer Schleimschicht, einer wässrigen Lage und einer fetthaltigen Lage. Die Schleimschicht gleicht kleine Unebenheiten auf der Augenoberfläche aus und sorgt dafür, dass die wässrige Lage auf dem Auge haften bleibt. Die fetthaltige,
dritte Schicht schützt vor Verdunstung und vor einem Auslaufen aus den Augen. Jede Störung dieser Zusammensetzung setzt die Stabilität des Tränenfilms herab. Dass das Auftreten dieser Symptomatik in den letzten Jahren zugenommen hat, hat verschiedene Gründe, darunter Umwelteinflüsse oder der Einsatz von Medikamenten. So können zum Beispiel Schlafmittel, Beta-Blocker zur Behandlung von Bluthochdruck oder Psychopharmaka die Tränenfilm-Produktion beeinflussen. Ähnliches gilt für hormonhaltige Präparate wie Anti-Baby-Pillen.

Bei allen Beschwerden muss zunächst der Augenarzt die Ursachen abklären, denn die können sehr unterschiedlich sein. Liegt es an der Klimaanlage? Sorgen Sie dafür, dass die Luftfeuchtigkeit in klimatisierten Räumen ausreichend ist. Gönnen Sie Ihren Augen regelmäßig frische Luft. Achten Sie beim Autofahren darauf, dass das Gebläse nie direkt auf Ihre Augen gerichtet ist. Auch Rauchen – sogar passiv – wirkt sich negativ auf die Tränenfilm-Stabilität aus. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt auch über das Thema Kontaktlinsen. Er wird Sie beraten, was für Ihre Augen das Richtige ist, damit, wie in der Redewendung ausgedrückt »kein Auge trocken bleibt«.