Das menschliche Auge …

… ist ein wahres Wunderwerk. Anders kann man es einfach nicht ausdrücken. Über das komplexe Zusammenspiel der einzelnen Segmente und Bereiche des Auges kann man nur staunen. Durch das Auge nehmen wir unsere Umwelt wahr, können uns orientieren und fantastische Dinge sehen.

Wie viel Arbeit unsere Augen tagtäglich leisten, ist uns nicht recht bewusst; ist es doch selbstverständlich, jederzeit etwas betrachten zu können, lesen zu können, bewegte Bilder wahrzunehmen und Farben und Kontraste mühelos erkennen zu können. Erst, wenn einzelne Bestandteile erkranken oder gar ganz streiken, wird einem bewusst, welch großen Einfluss unsere Sehkraft auf unser tägliches Leben hat. Vereinfacht gesagt besteht das menschliche Auge aus drei Schichten: der Bindegewebsschicht, der Gefäßschicht und der Nervenschicht. Außerdem unterteilt man es in drei Areale:

einem Glaskörper, der vorderen Augenkammer und der hinteren Augenkammer. Mit einem Gewicht von ca. 7,5 Gramm ist das Auge vergleichsweise leicht. In der Länge misst es ungefähr 23,5 Millimeter. Das Auge liegt in einer knöchernen Augenhöhle, einer Mulde im Schädel des Menschen, die es vor Beschädigungen schützt. Nach außen hin schützen die Augenlider mit den Wimpern das Auge beispielsweise vor Staub und Schweiß. Die Lider sind innen mit der Bindehaut versehen, die in Zusammenarbeit mit dem Tränenfilm auf der Hornhaut Krankheitserreger abwehrt. Nachfolgend die weiteren, wichtigen Bestandteile im Überblick:

• Lederhaut (Sclera):
Sie umschließt den Augapfel nahezu vollständig. Wegen ihrer weißen Farbe wird sie auch oft weiße Augenhaut genannt. Sie dient dem Schutz des Auges, ist lichtundurchlässig und hat eine feste Struktur. Die äußeren Augenmuskeln setzen an ihr an.

• Hornhaut (Cornea):
Sie ist eine formstabile und transparente Scheibe und schützt das Auge. Nur etwa einen Millimeter dick, besteht sie dennoch aus mehreren, komplexen Schichten. Ihre Hauptaufgabe ist die sogenannte Lichtbrechung, ein Hauptanteil der Arbeit des gesamten Auges, damit wir schlussendlich ein scharfes Bild erkennen. Ist die Hornhaut zu stark gewölbt, beispielsweise bei einer Hornhautverkrümmung, bündelt sie den Lichteinfall nicht mehr korrekt und wir benötigen eine Sehhilfe, um scharf zu sehen. Die Oberfläche der Hornhaut ist mit Tränenflüssigkeit benetzt.

• Regenbogenhaut (Iris) und Pupille
Die farbige Regenbogenhaut schwimmt im Kammerwasser. Welche Farbe die Iris hat, ist abhängig von den Farbpigmenten, die bei jedem Menschen individuell ausgeprägt sind. Ihre Öffnung, die wir als schwarzen Teil erkennen, ist die Pupille. Hier wird der Lichteinfall in das Auge reguliert. Das heißt, wenn zu viel Licht ins Auge gelangt, verkleinert sich die Pupille automatisch, um das Auge vor zu viel Lichteinfall zu schützen. In der Dämmerung oder Dunkelheit hingegen, wird sie größer, um so viel Licht wie möglich ins Auge zu lassen.

• Strahlenkörper und Augenlinse
Als ringförmiger Muskel dient der Strahlenkörper (Ziliarmuskel) unter anderem als Aufhängeapparat für die Augenlinse. Diese ist mit Hilfe von Zonulafasern am Ziliarmuskel befestigt. Durch die Muskelkraft kann sich die Augenlinse verformen und sich auf verschiedene Sehentfernungen einstellen. Außerdem findet hier ein Teil der Kammerwasserproduktion statt.

• Aderhaut:
Sie besteht aus mehreren Gewebsschichten und versorgt die Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen.

• Netzhaut, Sehnerv und Makula:
Die Netzhaut (Retina) besteht mitunter aus den Stäbchen- und Zapfenzellen, die für das Sehen bei hellen und dunklen Verhältnissen sowie für das Farben- und Kontrastsehen verantwortlich sind. Sie nimmt alle einfallenden Lichtsignale auf und gibt diese an den Sehnerv weiter. Der Sehnerv leitet die empfangenen Signale an das Gehirn weiter. Inmitten der Netzhaut liegt ein kleiner Bereich namens Makula, der sehr viele lichtempfindliche Nervenzellen enthält und es uns ermöglicht, mit hoher Auflösung zu sehen.

• Pigmentepithel:
Haftet an der Oberfläche der Netzhaut und verarbeitet Nährstoffe für die Nervenzellen der Netzhaut.

• Der Glaskörper:
Besteht zu großen Teilen aus Wasser, Eiweißen und Fasern. Er dient auch der Stabilität des Augapfels.

All diese Bestandteile des Auges sorgen dafür, dass wir – so lange diese gesund sind – sehen können.